" Ich flog übers (DDR)Kuckkucks-Nest "
Die Tränen werden nie trocknen !!
Bei den folgenden Auszügen handelt es sich lediglich um angerissene Passagen des Buchtextes. In der BRD kann jeder der das entsprechende Kleingeld besitzt ein Buch veröffentlichen. Das veröffentlichen von Schicksalen die der DDR Diktatur zum Opfer gefallen sind, dazu ist sehr viel Geld notwendig um einen Verlag zum Druck zu bewegen!
Opferrecht vor Täterschutz
Ich hätte nie geglaubt das ich für Gerechtigkeit und Rehabilitierung mehrere Rechtsanwälte beschäftigen muss. Die Täterlobby mit Geld und Einfluss ,vertuscht, verbiegt, verdreht die Wahrheit und verhindert meine Rehabilitierung.
Am Ende der 50 Jahre wurde ich in Sassnitz auf der Insel Rügen geboren. Mein Vater war Marineoffitier,meine Mutter Sekretärin. Ich habe einen 5 Jahre älteren Bruder und eine 4 Jahre ältere Schwester. Mein Vater wurde Anfang der 60 Jahre von Sassnitz nach Stralsund an die Offiziershochschule versetzt. 1963 wird mein Vater aus der Marine entlassen.
Den wahren Grund kennt man zunächst nicht.Bis zu meinem 6.Lebensjahr verlief meine Kindheit normal.meine Mutter arbeitete auf der Post.Mein Vater arbeitete als Waschmaschinenmechaniker.Wir wohnten in einem Offiziersblock in Stralsund.Mein Vater hatte eine Beziehung zu einer Frau,die bei uns im Haus wohnte.Sie hatte drei Kinder und ihr Mann war auch Offizier.Nach später geführten unzähligen Gespräche mit meiner Oma,glaube ich,das es dieses Verhältnis schon seit Jahren gab und auch der Grund für die Entlassung aus der Marine war.
1964 verunglückt meine Mutter bei einem Arbeitsunfall tödlich.Meine Mutter wird von dem Verhältnis gewusst haben,Sie war dadurch stark belastet,unkonzentriert und hat somit den Unfall auf dem Bahnhof verursacht.Sie befuhr mit einer kollegin zusammen auf einem E-Karren die Gleise und war sovort tot.Die Kollegin Fr.Panek erlitt schwere Verletzungen.Das war ein Ereignis,welches sich auf mich negativ auswirkte.Mit 6 Jahren verstand ich nicht,dass meine Mutter nicht wieder kommen würde.
Ich litt so sehr,dass ich mehrere Kilogramm abnahm.Man mußte mich zur Kur schicken.
Zu unserem Haushalt gehörte auch unsere Oma mütterlicherseits,Sie übernahm seit dem Tod unserer Mutter unsere Erziehung.Kurz nach dem Tod meiner Mutte rverließ mein Vater meine Geschwister und mich und zog aus unserer Wohnung aus,zu der Frau mit den drei Kindern,die inzwischen eine Wohnung inder Innenstadt von Stralsund hatte und geschieden war.Die ganze Last hatte meine Oma übernommen.
Mein Vater war weiterhin bei uns gemeldet und holte auch seine post bei uns ab.Sonst kam er selten,nur wenn es Probleme gab.Meine Oma schickte mich in den Kindergarten,damit ich aufgeschlossener wurde,denn seit dem Tod meiner Mutter war ich sehr ruhig und verschlossen.Nach dem Kindergarten kam ich in Stralsund zur Schule.Meine beiden Geschwister waren dort auch eingeschult.Anfangs hatte sich mein Zustand noch nicht wesentlich gebessert,so dass meine Geschwister beschlossen,mich zum Judo-Sport mit zu nehmen.
Es war eine gute Entscheidung! Ganz allmählich besserte sich mein Zustand.In der Schule war ich auf mich alleine angestellt.Es half mir keiner.Meine Geschwister halfen sich gegenseitig und Oma hatte mit ihren 65 Jahren nicht den Draht,mir zu helfen.Ich gab mir aber Mühe,alles im Unterricht Vermittelte zu behalten. Nach der Schule machte ich nicht mehr viel zu Hause,ich lernte eher selten.Die Leistungen,die ich in der Schule brachte sind das Resultat des Aufpassen im Unterricht.
Aus heutiger Sicht muss ich sagen,dass meine Leistungen bei Förderung um ein Fielfaches hätten besser sein können.Meine ganze Konzentration gehörte dem Sport.Durch den Kampfsport entwickelte ich solche Eigenschaften wie Zielstrebigkeit,Selbstvertrauen,Konzentration und auch einen gewissen Fleiß.Nach einigen Jahren Sport ging es mir gut.Auch die schulischen Leistungen waren für ein Kind,dass nicht viel lernt,gut.Ich war 4 mal in der Woche auf der Matte.
Davon 2 mal beim Leistungszentrum von Dynamo-Stralsund. Mit 10 Jahren träumte ich das erste mal von einer Deligierung zur Kinder und Jugendsportschule.Nach einer DDR-Meisterschaft war es dann so weit.Ich verlor das Halbfinale gegen einen Sportler vom SC-Dynamo Hoppegarten,knapp durch Kampfrichterentscheid.Er wurde im Finale DDR-Meister.Nach meinem verlorenen Halbfinalkampf wurde ich von Trainern des SC-Dynamo-Hoppegarten zum Test an die Kinder und Jugendsportschule nach Berlin eingeladen.Ich freute mich riesig,denn ich wollte auch Europameister oder sogar Weltmeister werden.Bis zum Aufnahmedatum war noch Zeit und ich legte mir ein zusätzliches Kraft und Konditionstraining auf,um angenommen zu werden.Der Tag kam und ich fuhr mit einem weiteren Sportfreund,Gerd Krüger nach Berlin zum Club der Welt und Olympiasieger !!
Der Test dauerte ungefähr drei Wochen.Wir waren im Internat des Clubs untergebracht.Das gesamte Gelände war eingezäunt und man kam nur mit Passierschein hinein.Das Training und die Anforderungen waren sehr hoch.
Ich war mit voller Konzentration und Freude dabei.Ich hatte den Eindruck das ich die Trainer von Berlin davon überzeugen konnte,dass ich auch auf die Kinder und Jugend-Sportschule gehöre.Das gesamte Umfeld dort gefiel mir sehr gut.Solche Turnhallen mit allem was ein Sportlerherz erfreut. Ich war davon überzeugt das man mich aufnehmen würde, meine persönliche Bereitschaft hatte ich schon vor dem Test zum Ausdruck gebracht.
Beim Abschlussgespräch sagte man mir dann ich währe nicht geeignet, ohne es weiter zu begründen. Ich verstand die Welt nicht mehr,hatte ich doch in allen sportlichen Prüfungen beste Ergebnisse erzielen können. Ich merkte damals,dass man mir nicht die Wahrheit sagte, sondern es gab noch einen anderen Grund.Die erste politische Entscheidung gegen mich ! Ich hatte West-Verwandschaft. Von Omas Seite mehrere Geschwister, Oma besuchte ihre Geschwister und die uns.Über diesen Sachverhalt klärte mich meine Oma auf.Ich war total enttäuscht.Ich währe als Mitglied von Dynamo Hoppegarten auch "Reisekader" der DDR gewesen und mit West-Kontakt war das nicht möglich.Das verstand ich damals nicht und konnte die maßlose Enttäuschung nicht verbergen.
Es machte sich auch in der Schule bemerkbar das ich wegen solch einer Ablehnung nicht zur KJS kam. Es ist Tatsache,dass ich die Besuche unserer Westverwantschaft zu reichlichen Gesprächen nutzte. Was mir in diesen Gesprächen vor allen Dingen von meinem Großonkel erzählt wurde, brachte ich dann sehr zum Leidwesen meiner Lehrerin in der Schule an.
Sie unterrichtete Deutsch und Staatsbürgerkunde. Renate Scheffler war ihr Name und anfänglich war sie mir noch nicht einmal unsympatisch. Es waren meist kontroverse Gespräche,denen sie anfänglich gute Beispiele entgegen hielt. Aber auch mit vielen Gesprächen mit meinen älteren Geschwistern, die ich ständig mit ihnen fürte und wo es meist um Politik ging, bekam ich mit zunehmenden Alter gute Argumente für Disskusionen.
Bei der Diskusion im Stabiunterricht konnte ich immer Wieder mit praktischen Beispielen aufwarten. Mein Onkel erzählte stundenlang mit wachsender Begeisterung von West Deutschland.und ich hörte ihm aufmerksam zu.Mit diesen Fakten trat ich in der Schule auf.Meine Lehrerin vertrat die Auffassung, ich beeinflusse die Klasse negativ. Um den ständigen Disskusionen aus dem Weg zu gehen,lies sie mich in der neunten und zehnten Klasse in die FDJ Leitung wählen.Ihr Ziel:Mich auf ihre Seite zu ziehen. Ihr Vorhaben scheiterte und ich wurde abgewählt.In einem Vieraugengespräch gab sie mir zu verstehen, es würde einmal ein schlimmes Ende mit mir nehmen.Es war mittlerweile so, dass ich die Frau gehasst habe.Ihr Staatsbürgerkundeunterricht war gekennzeichnet von Hetzkampanien gegen den sogenannten Klassenfeind.
Diese Lehrerin sollte ich viele Jahre später in einer anderen Gesellschaftsordnung über die sie so sehr bescheid wusste,wiedertreffen.Sie hatte nur das Fach Staatsbürgerkunde gegen Französisch getauscht. Abgesehen von dieser Lehrerin fand ich die Schule nicht schlecht und ich glaube auch zu wissen,dass ich einen guten Stand innerhalb der Klasse hatte. Ich gab mir große Mühe, die Dinge objektiv zu sehen und immer fair zu sein,so wie ich es von meiner Oma und vom Sport her gelernt hatte. In der zenten Klasse musste ich mich für einen Beruf entscheiden. Dafür war das Halbjahreszeugnis ausschlaggebend. Zum ersen mal setzte ich mich hin und lernte bewusst für dieses Ziel.Mit Erfolg,ich hatte einen Durchschnitt von 2,1 und bewarb mich mit diesem Zeugnis auf der Volkswerft Stralsund als Maschinenbauer.
Ich wurde angenommen !
Nach der 10. Klasse nahm ich die Lehre als Maschinenbauer auf der Werft auf.Die Lehre machte mir auf Anhieb Spaß. Zum Judo Sport gesellte sich noch eine zweite Sportart hinzu,Kraftsport. Meine Woche war voll ausgefüllt. Jeden Tag Sport,entweder Judo oder Krafttraining. Ich verstand mich auch gut mit dem anderen Geschlecht. So war es folgerichtig,dass ich meine erste Freundin kennenlernte.Sie war zwei Jahre älter als ich und Unterstufenlehrerin.Uns verband vor allem der Sport,den sie auch unterrichtete.Ich war längere Zeit mit ihr zusammen und es wurde nie langweilig mit ihr.Durch meine Lehre und den Sport hatte ich einen großen Freundes und Bekanntenkreis.In den Sommerferien wurde ich von der Werft für die Betreuung im Kinderferienlager frei gestellt.Darauf habe ich mich immer sehr gefreut.
Bereits im ersten Lehrjahr interessierte ich mich für den Schiffbau und die Seefahrt.Auch der praktische Teil,das arbeiten an Schiffen machte mir großen Spaß. Bei der Arbeit erkannte ich,dass es auf der Werft nicht gerecht zuging.
Ich konnte als Lehrling meinem Sport ungehindert nachgehen.Es gab den Wettkampf: " Stärkster Lehrling der DDR" die Volkswerft war Garant auf den Sieg.Das bedeutete vorzugsweise Training für Sportsfreund Dirk Neumann und für mich.Dieser Wettkampf war gleichzeitig ein Prestigekampf mit anderen Lehrlingsausbildern der DDR.Praktisch sah das so aus,dass wir verkürzt arbeiteten und anschließend mit unserem Sportlehrer trainieren konnten.Das fand ich sehr gut. Der Wettkampf fand auch in der DDR Presse große Beachtung.
Gegen Ende des ersten Lehrjahres kam es zur Trennung mit meiner Sportlehrerin und mir.
Ich traf dann eine Kindergärtnerin.Sie wurde meine große Liebe.Wir konnten uns über alles unterhalten und sie hatte mein Vertrauen. Wir hatten eine sehr schöne Zeit und waren Jahre zusammen.Sie hatte eine Zwillingsschwester. Ihr Vater war Fernfahrer und fuhr in die BRD und nach Österreich. Wir sprachen über Heirat. Grund dafür war ihre Schwester sie wollte heiraten und es sollte eine Doppelhochzeit geben. Das fand ich nicht gut.Ich besprach mit ihr meine Situation und unterrichtete sie über mein Vorhaben, zur SEE zu fahren.Ich wollte so gerne etwas von der Welt sehen. Das Wasser liebte ich auch.Meine Freundin hatte dafür Verständnis. Wir vereinbarten zu heiraten, wenn ich bei der Seerederei angenommen werde.
Auch die Gespräche mit ihrem Vater bestärkten mich zu diesem Beschluss. Er hatte auch nur positiv über den " Klassenfeind" berichtet. 1978 stellte ich Antrag bei der DSR. Ich wollte als Maschinenbauer auf große Fahrt gehen. Da ich im Schiffbau arbeitete, rechnete ich mir große Chancen aus.Die Bearbeitung des Antrages dauerte sehr lange. Seit meinem ersten Antrag lief paktisch alles gegen mich. Der Vater von meiner Kindergärtnerin erhielt Berufsverbot. Er wurde von einem Tag auf den anderen vom LKW genommen,ohne Begründung. Erst nach der Wende habe ich durch Akteneinsicht erfahren, das sein angehender Schwiegersohn der Grund dafür gewesen ist. Die Zwillingsschwester hatte sich einen Mitarbeiter der Staatssicherheit ausgesucht.
Ich kann mich noch an eine Begebenheit genau erinnern. In der Zwischenzeit hatte ich mich verlobt und wir fuhren mit ihrer Schwester und Partner in den Urlaub nach Lüchen.Zur damaligen Zeit hatte ich keine Erfahrung mit der Staatssicherheit. Der Verlobte der Schwester verwickeelte mich ständig in Gespräche, unzählige Fragen und laufend wechselnde Themen. Ich konnte das damals nicht richtig einordnen. Ich wusste, dass ich sicherheitsmäßig wie im Prinzip jeder DDR -Bürger begutachtet werde, hätte aber nie geglaubt, dass man innerhalb der Familie damit beginnt. Nach eigenen Angaben war er Binnenschiffer.Seine Fragen bezogen sich auf Frauen, die Seefahrt,die BRD usw. Alles sollte ich beantworten.Er war auch sehr spendabel,zahlte zum Beispiel alle Getränke. Ein Typ, der mir Unbehagen einflöste.Sein Deckname ist " Keule".
An dieser Stelle erfolgt ein längerer Absatz- Dann beginne ich mit einem Auszug Kapitel 2.
Folter- politisch " mundtot " , MfS:Richtlinie Nr. 1/76 = Ergebnis - handlungsunfähig zurück in die Sozialistische Deutsche Demokratische Republik entlassen !!!
Es wurde die dringende Medizinische Hilfe gerufen. Die war in einem kurzen Zeitraum da.-------Als hätten sie in der Seitenstraße schon auf diesen Zeitpunkt gewartet. Der Arzt war der Sohn von der Frau die mit meiner Mutter 1964 verunglückt war. Er hieß Helmut Panek. Wir kannten uns aus meinen Kindertagen.Ich war oft zum Spielen bei der Familie. Er machte noch auf dem Fahrzeug die Erstversorgung. Ich erzählte ihm,dass ich seit langer Zeit nicht schlafen konnte. Er gab mir daraufhin ein Beruhigungsmittel. Man fuhr mit mir nach Krankenhaus West. Es war am 08.10.1981.
Als wir dort ankamen,hatte sich mein Puls normalisiert.Dr.Panek lieferte mich auf eine offene Station ein. Es war die P6. Ich habe mich darüber gefreut das mir jezt geholfen wird.Ich hatte nur den einen Wunsch, zu schlafen.Das war ein Irrtum.Mir wurde ein Zimmer zugewiesen und eine Krankenschwester vorderte mich auf,meine Levisjacke auszuziehen. Dabei zog sie mir am Ärmel.Ich sollte sofort ins Bett gehen. Ich sagte zu ihr,sie soll aufhören,an meiner Jacke zu ziehen.Sie hörte nicht auf.Ich entriss meinen Ärmel.Sie knallte mit der Tür und schrie auf dem Gang.Etwas später,ich lag bereits im Bett,kamen zwei Krankenpfleger.Ich wunderte mich,denn es gab kein männliches Personal.Man sagte zu mir man wolle mir ein starkes Beruhigungsmittel spritzen damit ich schön schlafen könnte.Als ich nachfragte,warum ich nicht von einer Krankenschwester gespritzt werde,sagte man,ich solle schön Vernünftig sein und keinen Aufriss machen.Ich hätte es gleich überstanden und würde dann schlafen.Ich bekam Angst.Die begründet war.
Als ich nächsten Morgen aufwachte,lag ich in einem Bett.Über mir war ein Netz so gespannt,dass ich mich nicht auf die Seite drehen konnte.Mein erster Gedanke war.Wo bist du hier gelandet? Ich bekam sofort mit,dass man mich nach den beiden Spritzen verlegt hatte.Von den beiden verabreichten Spritzen war ich immernoch betäubt.Ich hatte keinerlei Ahnung wo ich war.Es sprach keiner mit mir.Ich lag in einem Saal mit ungefähr 12 Betten.Das Licht brannte Tag und Nacht.Um mein Bett standen merkwürdige Leute,die mich wortlos ansahen.Beim Anblick der Leute bekam ich ein unruhiges Gefühl.Hier waren nur Pfleger zu sehen und auf meine Frage wo ich denn sei,bekam ich erst nach sehr langer Zeit eine Antwort.Ich war auf der P4.Das war eine geschlossene Station.Heute würde man sie Forensik nennen.Eine Station zusammengesetzt aus Verbrechern,Sexualstraftätern,Geistigbehinderten und Alkoholikern und Leuten wo ich nicht wusste warum sie dort waren.Dazu mußte ich mich wohl zählen.Man bekam in diesem Raum,den man " Wachstation "nannte,nicht mit,in welcher Tageszeit man sich befand.Man konnte auch nicht nach draußen sehen.Die fenster waren aus Milchglas.Sie ließen sich nur einen kleinen Spalt öffnen,so das keiner duchpasste.Ein älterer Mann ohne Zähne und mit aufgeschlagener Augenbraue sagte mir,ich wäre eingesperrt,aber wenn ich ruhig wäre,dann würde mir auch nichts passieren.Bei dem Wort eingesperrt bekam ich Panik.Ich schrie aus Leibeskräften und rüttelte am Netz .Mir war schon klar das man mich gefangen hielt.Ich wollte raus aus dem Netzbett. Nach einer ganzen Zeit kamen zwei Pfleger und ich dachte tatsächlich, sie würden mich befreien.Sie packten mich links und rechts und ein dritter spritzte mich in den Bauch.Danach war ich bewustlos und wurde an die Elektrik angeschlossen.Ohne es damals zu wissen bekam ichgegen meinen Willen Elektroschocks.Davon erfuhr ich erst nach der Wende aus meiner Krankenakte.Dieser Vorgang wiederholte sich mehrfach.Immer wenn sie kamen hatte ich unheimliche Angst,trotzdem wehrte ich mich jedesmal.Das war aber zwecklos.All das ist geschehen,ohne dass mir die Gelegenheit gegeben wurde,mit einem Arzt zu sprechen.Außer einer Ärztin anfangs habe ich keinen am Netzbett gesehen.Später finde ich in meiner " Krankenakte " ein Gutachten ausgestellt von drei Ärzten. Zwei Ärzte, die ich nie gesehen habe,kommen zu der Feststellung das ich an paranoider Schizopfrenie gepaart mit Verfolgungswahn leide.Der dritte Arzt,die Ärztin,die bei mir am Bett war,stellt fest: Bei dem Jugendlichen handelt es sich um eine unreife Persönlichkeit.Mit meinen Worten heist das,der Mann ist nicht krank. Das DDR Gesetz schreibt beim Einweisungsgesetz in die geschlossene Psychiatrie vor,dass drei übereinstimmende Gutachten vorliegen müssen,damit ein Bürger oder Patient eingeliefert werden darf. Das war bei mir nicht der Fall.Dazu kommt eine Aussage von meiner Schwester und meinem " Vater " vom 09.10.1981
Sie geben zu Protokoll:
Lothar besitzt eine mittelmäßige Inteligenz,spricht verstärkt dem Alkohol zu und leidet an Verfolgungswahn.
Somit konnte keine gerichtliche Einweisung erfolgen ! Ich sollte mich also Monate lang illegal in der geschlossenen Forensik aufhalten.Das Ziel.Ich sollte durch gezielte " Behandlung " politisch mundtod gemacht werden. Ich wurde lange Zeit nicht versorgt. Die Versorgung bestand in einer Schnabeltasse mit Flüssigkeit zum trinken,aber nichts zu essen.Sporadisch ebenfalls in der Schnabeltasse durchs Netz gereicht,Suppe. Das hatte,so glaube ich den Zweck,mich von meiner Jahrelang durch Sport antainierten Kraft zu befreien.Man hungerte mich ab. Dazu kamen täglich ca. 30 Tabletten Psychopfarmaka,die eine verhängnisvolle Wirkung hatten.Ich befand mich in einem Zustand,als hätte ich Rauschgift zu mir genommen.Die Tabletteneinnahme erfolgte durch den Pfleger persönlich mit Mundkontrolle.Auch gab es unkontrolierte Zustände,Gewaltausbrüche wechselten sich mit Schwächeanfällen oder mit Depressionen ab.Nach einer ganzen Weile,ich weis nicht wie lange,dachte man ich würde keinen Wiederstand mehr leisten.Es war wirklich so,dass ich im Netzbett regungslos war und sie anflehte,mich raus zu lassen.Sie sollten mir sagen was ich denn getan hätte.Man hörte sich alles an,was ich erzählte,aber man antwortete mir nicht.
Am 13.12.1981,ich lag immer noch unterm Netzbett,hörte ich von einem kleinen Radio eines Mitinsassen,dass der Bundeskanzler Herr Schmidt von Erich Honnecker in Güstrow verabschiedet wird. Ein Mann so um die dreißig kommt zu mir ans Netz und fragt,ob ich auch weggefangen wurde ? Mir fiel auf,dass die Station besonders voll war und sehr viele standen an den Netzbetten und beobachteten wie sich die Insassen verhielten.Es passierte auch nichts.Ich glaube auch,dass die andauernde Strombehandlung seine Wirkung zeigte.Nach einigen Tagen kam man zu zweit an mein Bett und begann es aufzuknüpfen. Der eine Pfleger gab mir Bescheid,wie ich mich zu verhalten hätte.Ich sollte erst einmal duschen gehen.Wie lange hatte ich mich nicht waschen dürfen?Meinen Levisanzug hatte man eingeschlossen.Ich trug ein OP Hemd.Das Netz war endlich auf und ich sollte mich aufrichten.Das gelang mir nach einer Weile.Beide Personen verwickelten mich in ein Gespräch und ich glaube,sie wollten prüfen,in welcher Verfassung ich war.Ich saß im Bett und freute mich nach so langer zeit endlich mal wieder zu sitzen.Ich sollte endlich aufstehen sagte man mir in schroffen Ton.Ich stand jetzt neben dem Bett und hielt mich am Kopfende fest.Ich musste versprechen keine Zicken zu machen.Sonst würde ich sofort wieder in der Waagerechten liegen.Sie überzeugten sich,dass ich kaum gehen konnte.Man hatte es tatsächlich geschafft mich in einer relativ kurzen Zeit so fertig zu machen,dass mir nach einigen Schritten die Beine versagten und ich hinfiel.Als ich durch die sogenannte Intensivstation ging kam am Ende eine Tür.Die machte ich auf.Jetzt stand ich in einem großen Duschraum.Es war überhaupt das erste mal das ich einen anderen Raum sah.Ich kannte die Räumlichkeiten der Anstalt überhaupt nicht.Es war ein Gemeinschaftsduschraum mit den Duschköpfen an der Decke.Links stand eine sehr große Badewanne.An der Stirnseite mehrere dicke Holztüren.In Kopfhöhe waren Eisenkreutze eingearbeitet.Die Türen waren so alt wie die ganze Anlage,aus dem Jahre 1914.Die gesamten Häuser der Anlage Krankenhaus West dienten auch schon im zweiten Weltkrieg als Psychiatrie.Diese Zellen wurden von den anderen Insassen als Bunker bezeichnet.Einige der Bunker waren mit Schlössern versehen.Mir fiel auf,dass zwei nicht verschlossen waren.Ich hörte aus den Bunkern stöhnen und auch ein leises röcheln.Das laute stöhnen hörte ich auch schon als ich noch unterm Netzbett lag,konnte mir aber nicht erklären von wo es her kam.Meine Neugierde und mein Drang zu helfen sagten mir,dass ich durchs Eisenkreuz durchsehen muss,um zu wissen von wo die Laute kommen.Aus einem Bunker der verschlossen war,kamen die Laute und ich fasste mir ein Herz und sah durch das Eisenkreuz..In dem Bunker gab es kein Fenster.Links in der Ecke stand ein Eimer und rechts eine Pritsche.Ich sah weder eine Decke noch sonst irgendetwas.Auf der Pritsche lag ein Mensch,der vor langer Zeit mal ein Mann gewesen sein muss.Er war bis zum Skelett abgemagert.Keine Ahnung,wann er zum letzten Mal gegessen hatte und wann ihm die Haare geschnitten wurden.Innerhalb weniger Sekunden hatte ich dieses Bild gespeichert und bis zum heutigen Tag hatte ich es nicht aus meinem Kopf verbannen können.Die anderen,die zum Duschen da waren,störten sich nicht an mir.Alle warteten auf den Pfleger,der das große Rad der Dusche bedienen sollte.Beim Anblick des Mannes wusste ich ,dass er nicht mehr lange zu leben hatte.Das für mich bis dahin Unfassbare,hatte ich jetzt gesehen.Der Staat DDR,lies bewusst Menschen verhungern,egal was Derjenige gemacht hat,So etwas hatte ich bis dahin nie geglaubt.Die Leute in den Bunkern wurden schlimmer wie das Vieh gehalten. In Bruchteilen von Sekunden begriff ich das hier gemordet wurde.
Auszug aus Kapitel 3.- handlungsunfähig zurück in der DDR !
Am Freitag war die Entlassung und am Montag mein erster Arbeitstag.Die Aktion mit der Pulsader auf der Toilette der Bezirksdirektion für Straßenwesen (BDS) ging durch den gesamten sozialistischen Betrieb.Am Montag warteten schon die Kollegen auf mich.Vor der illegalen Zwangseinweisung war meine Stellung innerhalb der Brigade mittelmäßig. Ich bekam aber ganz normale Reparaturaufträge wie die anderen auch. Jetzt bekam ich nur das letzte an Arbeit. Den LKW Führerschein war ich los.Auch die Mehrzahl der Kollegen benahm sich mir gegenüber merkwürdig.Wir arbeiteten zu zweit. Ich bekam einen neuen Partner.Plötzlich wurde ich bevormundet.Es sollte noch schlechter kommen und es wurde von Tag zu Tag schlechter. Aufträge blieben ganz aus und ich machte nur noch Hilfsarbeitertätigkeiten.Erst hatten mich alle begutachtet wie ein Verrückter sich verhält. Als diese Pfase beendet war,kam es vor,dass der eine oder andere auch mal ein Wort fallen lies in Richtung Verrücktenanstalt. Kleine Meinungsverschiedenheiten konnte ich auf Grund der hohen Dosis an Tabletten nicht parieren.Anfangs hatte ich auch geglaubt,man würde mich etwas schonen.Das war nicht der Fall.Ich war rausgefallen aus der Reihe der KFZ Schlosser und zum Hilfsarbeiter degradiert.Ich wurde eigentlich nur als Verrückter behandelt. An dieser Tatsache litt ich sehr. Eigentlich ungewollt aber durch die Umstände hervorgerufen schottete ich mich von den Kollegen ab. Auch privat wurde ich zwangsläufig zum Einzelgänger.Es wollte Keiner mehr etwas mit einem " Verrückten" zu tun haben.Ich hatte keinerlei Kontakt mehr zu meinen alten Kumpels. Es gab sogar welche,die sich nicht mit mir unterhielten. Ich hatte auch keinerlei Lust zum Krafttraining obwohl ich mir in der Forensik fest vor genommen hatte mit dem Training wieder an zufangen
Verkuppelt- Inoffizille Mitarbeiterin Staatssicherheit-.
Ein paar Monate nach meiner Entlassung aus der Forensik traf ich nicht ganz zufällig eine junge Frau. Sie war die Frau eines ehemaligen Klassenkammeraden und lag gerade in Scheidung.Sie arbeitete im Hotel Baltic und war dort in der Gastronomie das" beste Pferd " im Stall.Sie wurde überall eingesetzt, sowohl als Restaurantleiter oder als Barfrau. Man kann sagen, dass sie in ihre Arbeit verliebt war. Eigentlich verstanden wir uns von Anfang an gut. Sie hatte eine kleine Tochter. Ihre Mutter wohnte zusammen im Haus mit den Eltern meines Schwagers.Dort waren wir oft gemeinsam zu Besuch. Von Anfang an hatte ich den Eindruck das sie meine Schwester irgendwoher kannte.Sie verstanden sich sehr gut.Ich zog nach einiger Zeit zu ihr.Sie wurde geschieden und wir lebten zusammen wie eine kleine Familie. Ihre Tochter bekam mir sehr gut, durch sie wurde ich auch von den vergangenen Strapazen abgelenkt.Wenn sie bis spät Abend in der Balic Bar arbeitete, passte ich auf das Kind auf.Selbst als man ihr erzählt hatte das ich mich umbringen wollte und in der geschlossenen Anstalt war, reagierte sie unbeeindruckt. Nach dem wir ein Jahr zusammen waren, verlobten wir uns.Es war eigentlich alles in Ordnung. Ich kaufte mir wieder einen Trabbi. Den PKW Führerschein hatte man mir ja noch gelassen. Sie erzählte mir viel über ihre Arbeit, was sie alles erlebt hatte.Sie kam aus einer kinderreichen Familie.Wie es so in der Gastronomie zu DDR Zeiten üblich war, wurde auch so mancher Korn getrunken und ich gewöhnte mir auch das Rauchen an.Das war der Nachteil bei dieser Beziehung.Mit ihrem Bruder, der leicht krimminell war, arbeitete ich an so manchem Wochenende privat auf dem Bau.So verdienten wir uns zusätzlich Geld.Sie nahm mich auch zum Arbeiten mit,wenn sie andere Feierlichkeiten zu betreuen hatte.Anfang der 80 ziger Jahre arbeiteten wir gemeinsam an der Bar des Thälmannhauses.Es machte mir Spass und es war nie langweilig. Dann kam ein Gespräch um das sie mich gebeten hatte.Sie hatte zwei Neuigkeiten für mich, die nicht zueinander passten. Sie sagte sie währe schwanger. Darüber freute ich mich.Die zweite Neuigkeit, sie wolle sich beruflich weiterentwickeln.Auch auf mein drängen sagte sie mir nicht um welches Arbeitsangebot es sich handelt.Es begann ein Streit Gespräch. Auf der einen Seite ein Kind und dann eine Veränderung der Arbeit, dass geht nicht.Auch die Mitgliedschaft in der SED stieß bei mir auf Ablehnung.Das war das Ende.Sie hatte beim Besuch von Honecker in Stralsund 1984 ihren großen Tag.Sie empfing den " Staatsratsvorsitzenden " auf dem Alten Markt mit Brot und Wein.Danach ging sie nach Berlin zum Ministerium für Staatssicherheit.Es ist anzunehmen das sie schon bei der Stasi war als ich noch mit ihr zusammen war.........!
Nächster Auszug: Ausbrechen aber wohin? Überall Stacheldraht und Mauern! nach BERLIN !!
Denn ich hatte einen ehemaligen Kollegen von der Bezirks-Direktion für Straßenwesen getroffen. Der lud mich nach Rüdersdorf ( bei Berlin) ein.Dort arbeitete er im Zementwerk. Ich setzte mich in den Zug und fuhr hin. Zuvor hatte er mir erzält das dort immer Leute gebraucht werden.Das war wenigstens die Chance, erst einmal alles hinter mir zu lassen. Ansehen kostet nichts dachte ich und ab nach Rüdersdorf. Er sprach auch gleich von seiner Stiefschwester, die ich kennen würde. Er selbst war schon zu BDS Zeiten mit Interflug nach Griechenland geflogen. Das bedeutete für mich, er war ein ganz überzeugter Parteigenosse. In Rüdersdorf angekommen, wartete schon seine Schwester auf mich.
Schon am ersten Abend verstanden wir uns gut. Judit war mit 19 Jahren hauptamtliche FDJ Sekretärin im Zementwerk Rüdersdorf. In dieser Zeit fuhr ich ständig zwischen Stralsund und Berlin hin und her. Meiner Familie gefiel dieser Zustand überhaupt nicht. Es passte ihnen nicht, dass ich keiner Arbeit nach ging und jetzt sogar nach Berlin fuhr und somit aus ihren Augen verschwunden war. Nach einer kurzen Zeit des Kennenlernens wurde Judit meine Freundin. Sie stellte mich ihren Eltern vor. Ihr Vater war in der Leitung vom Zementwerk. Die Mutter Lehrerin. Es herschte von Anfang an ein gutes Klima, trotz der politischen Einstellung der Familie. Zu der Zeit, als ich Judit kennen lernte, bekam sie gerade die Einweisung für eine Dachgeschoßwohnung. Die war wunderschön, mit Erker und Balken. Sie musste nur noch fertig gemacht werden.Während sie am Tag ihrer FDJ Tätigkeit nachging, werkelte ich in der Wohnung.Das machte mir viel Spass. Sie besorgte mir auch den Schlüssel für die Sporthalle des Werkes. Dort war ein gut eingerichteter Kraftraum. Vormittag war ich alleine da und fing somit wieder mit dem Training an. Zeimal ging ich mit ihrem Bruder ebenfals in die Halle. Dann waren die Judoka dran mit Training. Sie machten aber kein Judo sondern den damals verbotenen Karate Sport. Judit selber ging 3 mal in der Woche zu ihrem Tanz Club. Am Wochenende hatte sie häufig Auftritte, an denen ich immer dabei war. Bei einem Auftritt lernte ich auch ihre Freundin und Tanzlehrerin kennen. Die geschiedene Frau von den Schauspieler Lutz Riemann. Wir saßen immer gemeinsam am Tisch und waren uns von Anfang an sympatisch.Wir unternahmen auch zu dritt einiges.Wenn Judit arbeitete war ich oft in Berlin mit Brigitte unterwegs. Sie konnte sich ihre Zeit frei einteilen, denn sie war freischaffende Tanzlehrerin.Dann zogen wir kreutz und quwer durch Berlin. Ich lernte auch ihre Söhne kennen die ebenfalls mit der Schauspielerei zu tun hatten. Jetzt ging es immer schneller mit dem Kennenlernen von Leuten, die alle locker drauf waren und alle igendwie eine andere Meinung vom Leben hatten. Zwischenduch unterhielt ich mich mit Judits Vater über die Möglichkeit einer Arbeit im Zementwerk.Es würde klappen, meinte er. Obwohl Brigitte einige Jahre älter war als ich, kamen wir uns immer näher. Das bemerkte auch Judit, tat aber so als würde es sie nicht stören. Brigitte hatte wiederum eine Freundin die Brigitte Krause hieß. Zu DDR Zeit der Star vom Kabarett " Die Distel". Bei einem weiteren Auftritt von Judit beim Fasching in Rüdersdorf saß auch B. Krause mit ihrer Tochter Maxi auf Einladung von B. Riemann mit bei uns am Tisch.Nach der Veranstaltung lud B. Krause uns alle zu sich in ihr Haus nach Köpenik ein. Gleichzeitig wollte sich Maxi verloben.
Nächster Auszug: Diagnose " paranoid schizophren, Verfolgungswahn" = Einzug zur Eliteeinheit der NVA-Raketentruppen in 5 Km Entfernung zum" Klassenfeind" BRD . Schizophren!!!
Dann kam ein weiterer Paukenschlag. Ich war gerade im Begriff, nach Berlin zu Judit zu ziehen. Es war soweit alles klar. Die Wohnung hatten wir gemeinsam fertig gemacht und auch sollte ich Arbeit im Zementwerk bekommen. Da überreichte mir mein "Vater "die Einberufung zur NVA. Das war selbst zu DDR Zeiten ein Unding. Ich, der nach Gutachten von DDR Ärzten und Aussagen meines" Vaters" und meiner Schwester an einer unheilbahren Erkrankung litt, nämlich " paranoider Schizophrenie " wurde jetzt knapp zwei Jahre nach meiner Entlassung zu einer Eliteeinheit gezogen. Es war eine Raketeneinheit in der Nähe von Goldberg. Nach all den " Behandlungen " in der DDR Forensik war ich plötzlich wehrdiensttauglich. Auch ein Nachfragen beim Wehrkreiskommando brachte keine neue Erkenntnis. Die Einberufung war gültig und nicht anfechtbar. Meine Bekannte in Berlin wusste nichts von meinem Vorleben. Ich schämte mich zu sehr, darüber zu erzählen. Alle bedauerten mich in Berlin. Ich sah es nicht so verbissen. Ich bereitete mich sogar auf das bevorstehende Ereignis vor. Durch viel Training brachte ich mich wieder in eine gute körperliche Verfassung. Mein Kopf hatte aber immernoch mit der illegalen Zwangseinweisung zu tun. Der Abreisetag hat mich nerflich stark belastet, ich flatterte an Hand und Fuß. Mein Bruder brachte mich zum Zug. Bei der Ankunft merkte ich gleich das es dort kein Zuckerschlecken gab. Mit aller Macht wollte ich dort die Zeit durchstehen, dass hatte ich mir jedenfalls fest vorgenommen. Auch bei dieser Aktion bin ich mir heute im klaren,dass es sich um eine Absprache gehandelt haben muss. Es sollte erreicht werden, dass ich nicht mehr nach Berlin fahre und dort auch noch wohne. Inoffizill galt ich als Kandidat für eine Republikflucht ! Diese eingeleitete Aktion wurde ein voller Erfolg. Am Abend wurde ich zusammen mit zehn anderen in ein Zimmer gebracht. Gleich in der ersten Nacht merkte ich, wie man sich auf eine spezille Art " unterhielt ". Das kannte ich von der Forensik P4. Man gab bestimmte Geräusche und Töne von sich. Alles diente dazu,dass ich und die anderen nicht schlafen konnten. Nacht für Nacht das gleiche Zenario. Durch den massiven Schlafentzug verschlechterte sich mein psychischer Zustand. Das kam mir sehr bekannt vor, hatte man ja schon auf die gleiche Weise versucht mein Leben auszulöschen. Dazu kam am Tag verschärfte Ausbildung. Es war richtig Drill, wie ich es so manches mal gehört hatte. Es gab unzählige Varianten, die man nacheinander abspulte. Das Ziel war, alle Leute vertig zu machen. Das gelang auch. Man musste vom Flur aus in die Stube laufen und das Bett bauen, dann wieder zurück und aufstellen.Kontrolle des Bettes durch den Unteroff. vom Dienst mit anschließendem Einreißen des Bettes. Dann steigerte man allmählich die Belastungsstufe. Anteten auf dem Hof und das gleiche Spiel. Dann wurde das Bett mit dem Schrank getauscht und das gleiche Spiel begann von vorne. Total vertig fielen wir in die Betten. An Schlaf war aber wegen der ständigen Geräusche nicht zu denken. Das alles machte mich vertig und ich war äußerst gereitzt. Zur Grundausbildung gehörte, mit Gepäck und Holzgewehr zu maschieren. Auf dem Sportplatz machten wir dann Halt. Es kam wie ich heute weis zu einem nicht ganz zufälligen Vorfall. Als einziger wurde ausgerechnet ich dazu bestimmt, Klimmzüge zu machen und zwar mit dem kompletten Gepäck. Da ich mich ja gut vorbereitet hatte und Klimmziehen meine Spezialdisziplin war, machte ich 14 Klimmzüge und war mit meiner Leistung zufrieden. Der 18 jährige Unteroffizier sah das anders und befand die Klimmzüge als ungültig. Die blanke Provokation. Dazu der fehlende Schlaf und meine Gereitztheit. Er hatte sein Ziel erreicht und ich explodierte wie eine Handgranate vor allen Soldaten. Ich riss alles runter und warf die " Holzknarre " weg und lief unter dem Gelächter der Massen los. Ich wusste nicht genau,wo wir waren,fand aber nach einiger Zeit die Kaserne. Dort erwartete man mich schon, zwei Mann mit Maschinenpistolen fürten mich durchs Gelände. Vorbei an vielen geöffneten Fenstern, wo Soldaten laut meine Festnahme feierten.Wärend ich abgeführt wurde, gab ich wirres Zeug von mir. " soz. Parolen " Wie es dazu kam kann ich mir nicht erklären, es muss mit Schlafentzug zusammen hängen. Ich wusste nicht was man mit mir vor hatte. Die Situation erinnerte mich an 1981 als ich auch an Schlafmangel litt.
Auszug: Der zweite Mordanschlag- Mein Leben hängt am seidenen Faden. Blut scheint dicker als Wasser !!! Die gleiche Aktion wie 1981 von den gleichen Leuten aus meiner engsten Umgebung: Zwei Stasi Offiziere und mehrere IM wiederholen den gleichen " Operativen Vorgang " nach der Richtlinie 1/76 der Staatssicherheit. Die ausführenden Personen sind mir bestens bekannt und beim schreiben des Manuskriptes musste ich mich mehrfach übergeben, so wie bei diesem Auszug !
Von der Eliteeinheit der NVA zurück in Stralsund. Berlin war für mich ersteinmal beendet. Ich saß zu Hause nur rum und schämte mich, dass ich bei der Armee entlassen wurde. Hinzu kamen die " guten Ratschläge " endlich mein Leben in die richtigen Bahnen zu lenken. Die einzige die zu mir hielt war Oma. Sie konnte mir aber nicht helfen. In regelmäßigen Abständen hatte ich Ärger mit Familienmitgliedern. Es war so schlimm, dass ich zum Alkohol griff. Ich trank so allein vor mich hin. Ohne das ich es merkte, muss ich damals das erste mal depressiv gewesen sein.Wenn mal einer meiner Familie vorbei kam hörte ich nur :Mach doch was. Oder " So wie du könnte ich nicht leben ". Oder:" Beweg dich endlich mal". Das ganze ging zweieinhalb Monate. Dann kam der 16.04.1984.Genau 2 Wochen vor dem Termin meiner Ex Verlobten als sie E.Honecker und O. Palme in Stralsund empfing und anschließend nach Berlin zum MfS ging. Das gleiche Zenario wie 1981. Kein Schlaf, ständig sich wiederholende Gedanken.Das steigerte sich. Auf einmal riss ich das Fenster auf und sprang aus dem dritten Stock. Zuvor hatte ich noch die Wohnungstür abgeschlossen, damit meine Oma mich nicht draußen liegen sieht. Zu meinem Erstaunen hatte ich mir nach der Landung nichts getan. Es kann nur an dem jahrelangem Judotraining liegen. Ich hatte nicht einmal eine Prellung.Dann rannte ich in den Keller und riss die Tür aus der Verankerung und schmiss mich in die Kartoffelkiste.Dort lag ich eine Weile bis ich mich beruhigt hatte. Anschließend ging ich nach oben und klingelte an der Tür. Oma machte auf. Sie war mächtig erstaunt, dass ich vor der Tür stand. Ich sollte ihr erklären wie das zustande gekommen ist. Ich wollte ihr das nicht erklären, weil ich wusste, dass sie sich aufregen würde. Sie war bereits 84 Jahre. In meinem Zimmer angekommen wurde der Druck immer größer genau wie 1981. In der Speisekammer unmittelbar neben dem " Westschinken " stand seit einiger Zeit eine Flasche mit Salzsäure. Wie die Flasche dahin gekommen ist und zu welchem Zweck sie da stand weis ich nicht. Ich weis nur das weder meine Oma noch ich sie dahin gestellt hatte. Die Flasche muss dorthin gelangt sein durch ein Familienmitglied mit Schlüsselgewalt.
Mein Vater, meine Schwester, mein Bruder hatten einen Schlüssel zur Wohnung. Auf der Flasche stand Salzsäure.Ich nahm die Flasche mit in mein Zimmer und trank sie zur Hälfte aus. Es dauerte nicht lange und ich musste Blut spucken. Ich weis nicht, wie meiner Oma zu mute war als sie duch das laute Schreien von mir in mein Zimmer trat.. Sie hatte mir aber erzählt, was sie im Krieg alles sehen musste und das sie nichts erschüttert. Da wir in einem Block der NVA, in dem nur Offiziere der Volksmarine wohnten, gab es auch Telefon.Dann ging alles sehr schnell und ich kam mit dem Krankenwagen in die Notaufnahme des Krankenhaus am Sund. Als man dort hörte , dass ich versucht hatte mir das Leben zu nehmen, war das Klima sehr frostig. Mein Eindruck: " Wenn er sich das Leben nehmen will, dann soll er doch ". Ich wartete und kann mich nicht erinnern , dass man bei mir eine Erstversorgung gemacht hätte. In sehr schroffen Ton und ohne Verständnis für meine Lage wurde ich dann behandelt. Ich magerte bis aufs Skelett ab.Ich wartete sehr lange auf einen OP Termin. Dann war es endlich soweit, ein Armeearzt sollte mich operieren. Meine damalige Familie war da und ich hätte nie gezweifelt, dass sie mit mir gemeinsam um mein Leben kämpfen würden!!!!!???
Sämtliche Ereignisse konnte ich mir nicht erklären und für Außenstehende war ich durchgeknallt. Das die Stasi-Familie mit ihren Methoden dahintersteckt habe ich und alle anderen nicht vermutet. !!!!
Nach der OP,(durchgeführt im Marinelazarett (???) mir wurden zwei drittel des Magens entfernt, wurde ich nach Krankenhaus West in Stralsund verlegt. Auf dem Weg zum Krankenwagen traf ich einen ehemaligen Kollegen der Bezirks Direktion für Straßenwesen, der an mir vorbei ging, weil er mich nicht erkannte.Es ging ihm nicht alleine so, auch ich konnte mich im Spiegel nicht erkennen. Knapp bin ich dem Tod von der Schippe gesprungen. Und noch immer hatte ich keine Ahnung, dass man mich wie eine Majonettenfigur unsichtbar lenkt. Im Krankenhaus West stellte man mich wider " richtig " medizinisch ein.Nach kurzer Zeit war ich depressiv. Körperlich war ich ein Wrack und man schaffte es auch, dass ich psychisch ganz unten war. Vor der Zukunft hatte ich Angst. Zu meinem Erstaunen traf ich als Patient Dipl. med. Weihs. Weihs von der DDR Forensik P4 den damaligen Stationsarzt. Er hatte als Einziger ein Einzelzimmer und durfte nicht angesprochen werden. Ich bekam her-raus, dass er in der Großen Parower Straße in Stralsund alle Scheiben seines Wohnhauses eingeschlagen hatte. Den wahren Grund für sein Handeln erfuhr ich erst nach dem Ende der DDR. Dipl. med. Weihs wollte nicht mehr die ihm diktierten Zustände in der Forensik P4 mitmachen. Vor allen die " Behandlung von Menschen " in den " Bunkern " die elendig verhungern mussten. Er konnte nicht mehr ! Selbst er der jahrelang mit der Stasi zusammengearbeitet hatte, wurde jetzt auf seine eigene Station eingewiesen. Dort hielt er sich Monate zur " Behandlung " auf. Von dem Ergebnis konnte ich mich überzeugen ! Er wurde Mitte der achziger Jahre aus der DDR ausgewiesen und hat nie wieder als Arzt arbeiten können. Er ist schwerbehindert so wie ich. Insgesamt war ich auch 1984 mehrere Monate im Krankenhaus West. Von diesem zweiten Anschlag auf mein Leben erholte ich mich nur sehr langsam. Als man mich entlassen hatte ging das Spiel so wie 19 81 wider von vorne los. Spätestens jetzt war allen anderen klar, dass es sich bei mir um einen Nervenkranken handeln musste. Wäre ich bei diesem zweiten Anschlag gestorben, hätten alle, die mich kannten, gedacht ein Nervenkranker hat seinem Leben ein Ende gesetzt. Die wahren Hintergründe hätte keiner gekannt. Ich bin der festen Überzeugung, dass so ein Großteil der sehr hohen Selbstmordrate in der DDR zustande gekommen ist und ich kein Einzelfall bin.
Unmittelbar nach der Entlassung kann ich mich noch an eine Begebenheit erinnern. Mein " Vater " fuhr mit mir zum zur Familie gehörenden Stasi Offizier Dieter Krüger nach Grimmen. Der Besuch hatte das Ziel mich zu begutachten und zu sehen in welcher Verfassung ich war. Mit Krüger hatte ich früher nur Belangloses gesprochen, war aber diesmal so das er sich ernsthaft mit mir unterhalten wollte. Mit diesem Gespräch bereitete Krüger und mein " Vater " meine Einstellung bei Erdöl Erdgas Grimmen vor. Krüger war Mitarbeiter der Kreis dienst stelle Grimmen des MfS. Zu seinem Aufgabengebiet gehörte die " Betreuung " der Mitarbeiter von E-E-Grimmen unter anderem auch die im nicht sozialistischen Ausland tätigen Bohrfacharbeiter, z. B. Irak ! Mein " Vater " war in der sozialistischen " Kaderschmiede " Betriebs Berufsschule Albert Funk der Heimleiter und gleichzeitig der GST Vorsitzende. Kurz nach dem Treffen mit Krüger bekam ich Bescheid, dass ich als Heizer in der Berufsschule eingesetzt werde. Nach einer Untersuchung im Hauptbetrieb in Grimmen wurde fetgestellt, dass ich für diese Arbeit ohne Einschränkungen geeignet sei. Dreischichtsystem ohne einen freien Tag in der Heizsaison. An der Schule wurden Ausländer ausgebildet, die im dazugehörigen Internat wohnten. Dadurch wurde das Internat rund um die Uhr beheizt. Das bedeutete für mich eine ständige Beobachtung durch die Stasi ( " Vater " ) . Die Zeit von der Entlassung Krankenhaus West bis zum ersten Arbeitstag war sehr kurz. Es gab auch keinen Schonplatz. Zwischen Entlassung und erstem Arbeitstag wollte ich auf Grund einer Postkarte von Brigitte Rieman noch einmal nach Berlin fahren. Sie hatte angefragt, was mit mir los sei und ich sollte mich bei ihr in der Wohnung melden. Mein " Vater " bekam das mit wie er übrigens alles mitbekommen hat, was meine Person anging. Er redete solange auf mich ein, ihn mitzunehmen, bis ich mich darauf eingelassen habe. In der Zwischenzeit fuhr er meinen Trabant, seinen Schrott Fiat hatte er verkauft. Die Gründe für ihn mitzufahren, kann ich nur erahnen. Ich hatte meiner Schwester viel über die Leute in Berlin erzählt und glaube, dass die Stasi Kontakt knüpfen wollte. Als wir bei Brigitte Riemann vor der Tür standen, bekam sie einen mächtigen Schreck. Zum einen wie ich aussah und zum anderen wie mein " Vater " aus sah. Langer Geheimdienst mantel und überhaupt nicht " auffällig ". Der rein vom Äußerlichen nicht verbergen konnte für wen er in zweiter Instanz arbeitete. Ich glaube sie konnte sich denken was in Stralsund abgelaufen war. Am Abend trank Brigitte und mein " Vater " den von ihm mitgebrachten Wodka. Sie goss geschickt bei ihm ein, dass er nach kurzer Zeit im Rausch einschlief. Jetzt fragte sie mich, was in der vergangenen Zeit los war und ich erzählte ihr die gesamte Geschichte. Die Begleitung durch meinen " Vater " missfiel ihr sehr. Sie bat mich, künftig alleine zu kommen.
Der Tag nach dem Berlinbesuch war mein erster Arbeitstag als Heizer. Ein sehr schönes Haus aus altem Backstein.Im Inneren der Berufsschule wehte ein richtig scharfer sozialistischer Wind. Die Arbeit fiel mir von Anfang an sehr schwer, zum einen war ich körperlich total am Boden und zum anderen war ich mit Tabletten voll gefüllt. Zusammen mit zwei weiteren Kollegen teilten wir uns die Schichten. Vor allem in der Nachtschicht hatte ich so meine Schwierigkeiten. Auch das ständige Herrumnörgeln an meiner Arbeit trug nicht gerade zu meiner Gesundung bei. Ich konnte mich bemühen wie ich wollte, ich machte nichts richtig. Es kam mir dort so vor, als würde ich Strafarbeit verrichten. In der Zeit als Heizer kannte ich nur noch Arbeit und nichts anderes. Sechs Jahre lang. Nach den Schichten brauchte ich die komplette Freizeit, um mich zu regenerieren. Die Mitarbeiter der Küche sahen meine Arbeit anders als die Lehrer und Erzieher der Berufsschule. Mit der Küche hatte ich den eizigen Kontakt.
Ansonsten musste ich mir häufig anhören was für ein schlechter Mensch ich bin. Totz alledem kann ich mich allmählich aber sehr langsam erholen. Im Haus hatte ich vor meiner Internierung 1981 zusammen mit einem damaligen Trainingskollegen einen Kraftsportraum eingebaut. Aus Zeitschriften aus dem Westen hatten wir die Geräte nachgebaut. Der Raum war noch so da, wie wir ihn gebaut hatten. Ich fing vor allem in der Spät und Nachtschicht mit leichtem Training an. Es kostete mich große Überwindung, wusste aber, es tut mir gut.
Über meinen Gesundheitszustand existierten nur Gerüchte. Gegen Kritik konnte ich auf Grund meiner Tabletten nicht reagieren. Einer der Kollegen kontrolierte mich am Wochenende und erzählte im Anschluss festgestellte Mängel dem Vorgesetzten. In der Zeit schwieg ich zu vielen Dingen. Nach einigen Jahren hatte ich im Kampf gegen mich selbst, kleine Vortschritte erzielt. Ein Grund dafür war auch mein regelmäßiges Krafttraining. Ich traute mich Anfang 1987 sogar mit Überwindung aber regelmäßig in die Gaststätte " Stadtkoppel " zum verkehrten Ball. Die " Stadtkoppel " war etwa 100 Meter von der Schule entfernt. Das stärkte mein Selbstvertrauen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich jahrelang keine Veranstaltungen besucht. Ich hatte die Hoffnung eine unbekannte Frau zu finden, die wenigstens mal mit mir tanzen würde. Dann war es so weit und ich lernte meine jetzige Frau kennen. Nur mit ihr konnte ich die restliche Zeit bis zum Untergang der DDR überstehen.
Auszug; 1989 Die von 80 Prozent heiss geliebte sozialistische Republik geht unter- Die Ratten verlassen das sinkende Schiff !! Als sie das Ufer erreicht haben, wartet der " Neue Staat " mit offenen Armen auf sie. Die jahrelang " Drangsalierten " schwimmen immernoch und müssen weiterhin aufpassen das sie nicht unter gehen !!°
Es ging mir den Umständen entsprechend gut, so das ich auch schon neben der Heizung einige anfallende Arbeiten machen konnte. Das war gut für mein Selbstvertrauen. Es ging auf den Herbst zu und ich hörte im Heizungskeller Radio Schleswig Holsterin ( RSH ).Zu hause las ich viele Stunden Zeitung. Es wurde immer spannender. Sollte mein großer Traum doch Wirklichkeit werden ? Vieleicht doch noch in fremde Länder fahren ? Meine Freude darüber wurde von Tag zu Tag immer größer. Eines Tages ungefähr Mitte 1989 war sehr schönes Wetter und ich hatte Frühschicht. Im Radio wie immer zu dieser Zeit RSH .Man spekulierte über das Ende der DDR und ich hörte gespannt zu. Sie sprachen über Pleite und Zahlungsunfähigkeit. Unterm Strich wurde gesagt, es währe möglich, dass es nicht mehr lange dauert mit dem Ende der DDR. Es beschlich mich ein Gefühl, dass ich nicht beschreiben kann. Plötzlich riss ich mir alle Klamotten runter und lief total nackend vor das Gebäude. Dort war gerade ein Lehrling, bei Strafe verdonnert Unkraut zu ziehen. Ich sagte zu ihm:
Bald wirst du nur noch freiwillig Unkraut ziehen und nicht mehr unter Zwang. Er sah mich an als würde ich vom anderen Sern kommen und bekam kein Wort herraus. Ich stand kurz vor 11 Uhr am Vormittag splitternackt an einer sehr befahrenen Straße.Ich bemerkte gerade noch, wie es wegen mir beinahe einen Unfall gegeben hätte. Eine Frau fuhr auf den linken Bordstein und bekam den Trabbi gerade noch auf die Straße zurück.
Ich rannte schnell zurück. Nach der Arbeit fuhr ich mit meinem 18000 Mark Trabbi zu meiner Schwester und erzählte ihr die Begebenheit. Ergebnis war, dass ich mich einer Ärztin vorstellte und ihr erzählte, dass ich mich auf den Tag freue wenn die DDR untergeht. Meinen Vortrag über das Ende der DDR stufte sie in den Bereich Utopie ein. Diese Begebenheit steht sogar in abgewandelter Form in meiner DDR Krankenakte.Anschließend brachte mich meine Schwester wie jedes mal auf die P6 Krankenhaus West Stralsund.Dieser Aufenthalt war nicht so wie die zahlreichen davor.
Auf der P6 herrschte kurz vor der Wende Hochbetrieb. Sehr viele die mit der nahenden Pleite nicht zurecht kamen wurden eingelifert. Ich kann mich an einen Kapitän zur See erinnern, der den ganzen Tag aus Büchern die von Militärwiissenschaften handelten vorlas und nicht verstehen konnte, dass er nicht mehr für sein sozialistisches Vaterland Unterricht geben könnte. Er weigerte sich in einer anderen Armee zu dienen. Dann kam endlich der Untergang des Systems,welches total verlogen war. Obwohl ich immernoch in der P6 war konnte ich verfolgen, was auf einmal innerhalb der Großfamilie Heinrich/Tiedtke abging. Es war einfach nicht zu fassen. Mit einer Geschwindigkeit die ich bis heute nicht nachvollziehen kann, überschlugen sich die Ereignisse in Bezug auf die Veränderung der Tätigkeit der einzelnen Familienmitglieder !!
Im Internet verzichte ich hinter den Namen auf das Kürzel ( MfS ) ! Bei etwas Fantasie kann man das Kürzel selber zu ordnen-.
Angefangen bei der Familie meines " Vaters ". Harry Tiedtke ging noch vor dem Untergang in den " Vorruhestand " und selbstverständlich aus allen " Organisationen " . Er schaffte es innerhalb eines Jahres vom Supersozialisten zum Superkapitalisten !! Er gründete eine der ersten Fahrschulen in Stralsund. Kurze Zeit später trennte er sich von seiner Lebenskameradin N. Heinrich mit der er über 27 Jahre zusammengelebt hatte. Bei ihr hatten sich Schulden angehäuft, die er mit meinem Trabant beglichen hatte. Ich bekam für ihn 500 D Mark und kaufte ihm seinen Wartburg 1,3 für 3000 D-Mark ab. So wie er seinen Job über Nacht wechselte wechselte er auch seine Gesinnung ! Er gab sich nur noch mit Kapitalisten ab und verdiente innerhalb kürzester Zeit mit seiner Fahrschule und Autoverleih eine " goldene Nase " . Seine jetzt ehemalige Lebensgefährtin N. Heinrich, die als Dienststellenleiterin der Militär-Handels-Organisation arbeitet, geht gleichzeitig mit dem Untergang der DDR in den " Ruhestand " !
Detlef Heinrich verlässt seinen Sicherheitsjob auf der Werft und fährt als einer der ersten nach Schleswig Holsien. Dort fängt er sovort als stelvertretender Leiter an der Feuerwehrschule an. Stasi Offizier Dieter Krüger wird logischer Weise Fahrlehrer der Fahrschule Tiedtke. Seine Frau Ilona Heinrich( Offizir der Volkspolizei ) ist erst einmal arbeitslos. Aber nicht lange.......! Meine Schwester Sabine Ostenberg verlässt ihren über alles geliebten und sehr hoch bezahlten Job als Kaderleiterin bei der Fischerei Genossenschaft-Strelasund, um in die Fahrschule Tiedtke zu wechseln, als Mitarbeiterin für die Finanzen!.All diese Veränderungen konnte ich damals nicht begreifen und schon gar nicht nachvollziehen. Wie auch, ich war mal wieder mit Psychopfarmaka abgefüllt.Meine Schwester schwärmte immer von der Fischerei. Ich konnte nicht wissen, dass es sich um einen politisch erzwungenen Wechsel handelte. Mein Bruder Udo verlässt seinen leitenden Posten bei der Pfarmazie, um sich der neuen Herrausvorderung als Fahrschullehrer in der Fahrschule Tiedtke zu stellen.Ich verstand die Welt nicht mehr.Alle, die im Besitz eines Parteibuches waren, hatten dieses bereits verbrannt, als die Fahne noch am Mast hing. So auch mein Schwager Wollfgang Ostenberg.Er war der SED nur aus Kajeregründen beigetreten, damit sein großes Ziel, Hafendirektor zu werden, Wirklichkeit wurde.Dem hatte er alles andere untergeordnet ! In der Wendezeit war er in den Altbundesländern und als er wieder kam war er Geschäftsführer vom Seehafen.Eine klassische Drehung um 180°.Sein Ziel hatte er mit der neuen Zeit erreicht. Frank Heinrich und ich, wir blieben in unseren Tätigkeiten, er als Rohrschlosser und ich als Heizer!
All das geschah in meiner Abwesenheit.Ich war mal wieder in der Psychiatrie bis zu diesem Zeitpunkt, zum 4.mal.
Den Untergang der DDR erlebte ich vor dem Fernseher der P6.Ich war überglücklich, hatte ich jetzt endlich die Hoffnung auf ein neues Leben.Gemeinsam mit Birgit.Statt meiner Angst das wir uns wegen meiner " Erbkrankheit" trennen könnten, trat genau das Gegenteil ein.Wir beschlossen noch während meines Aufenthaltes auf der P6,uns ein Kind anzuschaffen.Wir hatten allerdings wegen der Aussage meiner Schwester Sabine große Bedenken.Ihrer Meinung nach hatte ich eine von unserem Vater verärbte Nervenkrankheit.Dadurch hatten wir Angst, unser Kind könnte das gleiche vererbt bekommen.Über dieses Thema sprachen wir mit Frau Dr. Krüger. Die gleiche Ärztin,die mit ihrem Gutachten von 1981 verhindert hatte, dass es zu einer gerichtlichen Zwangseinweisung kam, die Stasi machte eine illegale Einweisung daraus. Sie sagte, es würde sich in keiner Weise um eine Erbkrankheit handeln und einem Kinderwunsch steht nichts im Weg.Darüber freuten wir uns beide sehr. Danke an Frau Dipl. med. Steffi Krüger. Noch heute in verantwortungsvoller Tätigkeit ( Forensik) Klinikum West.
Ich überlegte:Was sollte ich von den Behauptungen meiner Schwester halten,warum erfand sie die Geschichte mit der Erbkrankheit ? Wir fanden keine Antwort darauf. Die Freude, eventuell bald ein Kind zu haben, überwog bei uns. Frau Dipl. med. S. Krüger bestätigte eigentlich nur, was sie schon in ihrem Gutachten zum Ausdruck gebracht hatte. In ihren Augen war ich nie ein Fall für die Psychiatrie ! Sie senkte noch wärend meiner Anwesenheit auf der P6 meine Tablettenration so stark, dass wir unbedenklich an ein Kind denken konnten. Ab 01.04.1990 ging ich zur Arbeit. Die gesamten Ereignisse hatte Birgit mir erzählt, ohne die Hintergründe zu kennen.
10.09.1990! Ein Riesen Tag.Nach 11 Jahren " Prügel " !!
Am 10.09.1990 wird unsere Tochter Lisa gebohren. Nach all den Jahren, in denen ich keinen Grund zur Freude hatte, war das der schönste Augenblick für mich. ich saß vor dem Kreissaal und wartete, die Uhr zeigte 23 Uhr. Mein großer Wunsch war ein Mädchen. Dann ging die Tür auf und die Hebamme sagte, es ist ein Mädchen. Ich war außer mir vor Freude und hob die Hebamme in die Luft. So ein Gefühl kannte ich gar nicht mehr und ich wusste auch nicht dass ich mich noch freuen konnte. Mein Blick in die Zukunft war auf einmal nicht mehr so düster wie noch vor einiger Zeit. Ich war sogar davon überzeugt, dass jetz endlich für mich die Sonne scheint. In der gesamten Zeit nach der Geburt von Lisa war ich so beschäftigt, dass ich nur am Rande mitbekam, was in der damaligen Familie alles vor sich ging. Außer Frank und mir, die wir in unseren Tätigkeiten blieben, hatten alle anderen in kürzester Zeit mit dem Ausnutzen der Situation Anfang der 90 ziger Jahre den Kapitalismus neu erfunden. Als am Ende 1991 der Hausmeister vom LISA seinen Arbeitsvertrag auf Grund eines vorhandenen § nicht unterschreiben konnte, nutzte ich das und bewarb mich noch am gleichen Tag beim Kultus-Ministerium in Schwerin. Es dauerte keine zwei Wochen und ich war eingestellt.
Nächster Auszug: Ein guter Freund ( zusammen aufgewachsen ) autet sich, UNGLAUBLICH- Ich komme erneut hinter Gitter-
Damit waren für mich die Weichen in Richtung Zukunft gestellt. Ich sollte bis 1992 ohne Probleme als Hausmeister eines Institutes leben können.
Zu meinen Glück gab es dort einen Leiter der in kurzer zeit mein Vertrauen besaß. Solch einem Vorgesetzen bin ich bis zum heutigen Tag nicht mehr begegnet. Wie ich am Anfang meiner Geschichte bereits gesagt habe , traf ich meinen alten Spielkammeraden und späteren Sportskollegen . Vor allem im Kraftsport und durch seinen Gerechigkeitssinn schon im Kindesalter, war er ein Vorbild für mich gewesen. Dazu kam noch, dass er älter war als ich. Nachdem Birgit zur Nachtschicht war und Lisa von mir zu Bett gebracht wurde. trafen wir uns im Gedania auf dem Neuen Markt auf ein Bier. Da wir uns lange nicht gesehen hatten, erzählten wir von Kindertagen und vor allem über vergangene Zeiten beim Kraftsport. Dabei bemerkte ich, dass er mir noch etwas anderes zu erzählen hatte und nur nicht wusste, wie er es anfangen sollte. Dann bekam er irgendwie den Bogen und wir unterhielten uns über die Zeit nach unserem gemeinsamen DDR Meistertitel, bevor ich 1981 plötzlich in die Psychiatrie kam.Mir war nur bekannt, dass er vorher bei Deutfracht Autoschlosser war. Plötzlich lies er " die Katze aus dem Sack " und erzählte mir, dass meine Einweisung in die forensische Psychiatrie eine " Operative Maßnahme " der Stasi war und einige Mitglieder der Familie dafür verantwortlich sind. Namen nannte er keine, nur das er schon vor Jahren meinem Vater gesagt hätte, was für ein Schwein er sei. Er selber " arbeitete" in der Hauptverwaltung Rostock ( Staatssicherheit).
Seine gut gemeinte Beichte hatte für ihn tödliche Folgen und ich wurde gerichtlich von einem ehemaligen Mitglied der Familie, Sabine Ostenberg, in die Psychiatrie gerichtlich eingewiesen. Die Täter konnten Anfang der 90 ziger keine Stasi-Enthüllungen für ihren Neuanfang im Kapitalismus gebrauchen.
Fixiert-zusammengeschlagen, durch das Personal der 80 ziger Jahre- 1994 !!
Ich beging nach diesem Treffen gleich eine Reihe von Fehlern, die ich nicht wieder gut machen konnte.Der erste war, dass ich die Psychopfarmaka sofort absetzte. Ich bildete mir ein ich währe gesund und bräuchte keine Tabletten, ohne die Folgen eines plötzlichen Absetzen auch nur zu erahnen. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits Tablettenabhängig. Auch ständige Rachegedanken kreisten in meinem Kopf. Birgit hatte ich nichts von dem Treffen mit Stefan Gaudlitz erzählt, was total falsch war. Sie fühlte sich wohl in der Familie und kam mit allen gut aus. Mein Problem war, dass ich durch die eigenen Leute zum Verrückten gemacht wurde. Ich wurde damit nicht fertig und war mit einem Schlag wieder auf dem Stand zu Zeiten der DDR gelandet. Die Vergangenheit holte mich zum ersten mal ein und es sollte nicht zum letzen mal gewesen sein. Total überhastet und ohne Konzept rief ich Harry Tiedtke an und vereinbarte einen Termin in meiner Arbeitsstelle dem Landesinstitut für Schule und Ausbildung. Zuvor schaukelte ich mich so richtig hoch. Als Stefan Gaudlitz mir erzählte, dass er Harry Tiedtke bereits gesagt hätte, er sei ein Schwein, fiel mir ein, Harry hatte nach meiner Nichtwahl zu mir gesagt, er hätte Bericht über mich schreiben müssen. Daher wollte ich mich an ihn wenden. Er kam in meinen Aufenthaltsraum und ich merkte er war vorbereitet. Ich war es nicht. " Was habt ihr von der Stasi mit einer " operativen Maßnahme" zu tun? " Er fing an mächtig rum zu eiern. Er spannte den Bogen von jedem einzelnen Mitglied der Familie. Bis er zuletzt sagte, dass ich mit meinem Verhalten ihnen keine andere Wahl gelassen hätte. Mit dieser Aussage wusste ich das auch er Mitarbeiter der Staatssicherheit gewesen ist. Ich war so aufgeregt das ich am ganzen Körper zitterte. " Das kannst du für bare Münze nehmen! " hatte ich ihm gesagt. " Ich werde nicht eher aufhören bis die Wahrheit ans Licht kommt." Dann wuste er nicht, was ich ausgerechnet von ihm wollte, ich könnte mich doch an Stasi-Offizier Dieter Krüger ( Kreis-Dienststelle-Grimmen) wenden. Der wüsste mehr als er. Er sei übrigens in Bonn kein Fahrschullehrer,sondern beim Bundesnachrichtendienst tätig. Eigentlich war es total lächerlich was er von sich gab. Einst war Krüger sein großes Vorbild und jetzt, wo es ans Eingemachte ging, wurde alles ausgeplaudert was das Zeug hielt, um die eigene Haut zu retten. Ich hatte zu Ost-Zeiten von keinem aus der Familie ein schlechtes Wort über Stasi Krüger gehört. Harry Tiedtke fragte nach keinem Namen, denn er wusste, wer mir alles erzählt hatte.
In Windeseile schrillten bei allen damals an der Aktion Beteiligten die Alarmglocken und es ging so schnell, dass ich keine Chance hatte.Mein Zustand verschlechterte sich durch die Tablettenabsetzung, dazu kam noch eine Grippe.( Ich war damals schon Tablettenabhängig) Birgit dachte, ich hätte mich mit dem Umbau der Wohnung übernommen und konnte meinen Zustand nicht anders deuten. Dass es in Wahrheit die maßlose Enttäuschung über die gelaufene DDR-Vergangenheit war, wusste sie nicht. In ihrer Verzweiflung informierte sie Sabine über meinen Zustand. Sie war ja bereits bestens im Bilde. Noch wusste ich nicht, wer noch alles hinter der Sache steckt außer Stasi-Krüger und Harry Tiedtke. So wie in der Vergangenheit ständig der Fall so auch jetzt, drei Jahre nach dem Fall der Mauer, es hatte sich nichts geändert. Sabine versprach mir mich auf die offene Station zu bringen. Ich wusste nicht, dass Sabine vorher schon eine gerichtliche Einweisung in die geschlossene P5 durch ihre Aussage veranlasst hatte. Das erfuhr ich erst sehr viel später. In ihrer Aussage bei Gericht sprach sie von Gewalttätigkeit, von einem Hang zur Verschwändung ( Größenwahn) und von der einzigen Möglichkeit einer Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung. Sie würde ein besonderes fürsorgliches Verhältnis zu mir haben und wüsste was für mich richtig sei. Auf Grund ihrer Aussage kam ich auf die geschlossene P5. Das Gericht legte ebenfalls fest, dass bei dem geringsten Anzeichen von Aggressivität von mir, sofort fixiert werden sollte. Auf der P5 angekommen, ich war im Glauben es würde sich wie versprochen um eine offene Station handeln. Nach mir ging die Tür zu. Es wurde sofort abgeschlossen und es wurde mir gleich bewusst, dass ich in einer geschlossenen Station war. Ich wollte sovort raus. Darauf warteten schon zwei Pfleger und ich wurde gleich zur Begrüßung an Händen und Beinen mit Zurrgurten festgeschnallt. Spätestens jetzt wusste ich, wer noch zu denjenigen gehörte, die für meine Psychiatriekarjiere verantwortlich waren.
Die eigene Schwester- Sabine Ostenberg.
Am Personal hatte sich drei Jahre nach der Wende nicht sonderlich viel verändert. Die Behandlungsmethoden waren fast so geblieben, in einigen Dingen sogar noch etwas schärfer geworden. Nach ein paar Tagen las man mir die Verfügung vom Gericht vor ( während ich fixiert war) , bis auf eine Stelle mit dem Wiederspruch, die lies man weg. Auch unterschreiben hatte man mich nicht gelassen. Beim Arztgespräch hatte ich angegeben seit einiger Zeit meine Tabletten nicht genommen zu haben. Wenn ich sie wieder einnehmen würde, wäre alles in Ordnung. Auch sollte man ein Telefonat mit meinem Arzt führen, der alles bestätigen würde. Man ignorierte alles !Wenn ich eine Weile nicht fixiert war, gab es eine Provokation von Mitpatienten, die ich nicht verhindern konnte und am Ende lag ich wieder fixiert auf dem Bett. Das berichtete man dann Birgit die das alles nicht glauben konnte. Wir kannten uns 6 Jahre, in denen ihr zu keiner Zeit aufgefallen war, dass ich aggressiv wurde. Mir wurde dann klar, dass ich in den selben Händen war, wie es vor der Wende der Fall war. Der ärztliche Direktor war auch noch der selbe, dem ich schon 1981 Menschenrechtsverletzungen während einer großen Visite vorgeworfen hatte. Sein Name war immernoch OM Dr. Dr. Giermann. Auch diese Leute hatten überhaupt kein Interesse, dass die Stralsunder Bürger über die Zustände, die in DDR-Zeiten im Krankenhaus-West herschten, aufgeklärt wurden.Im Gegenteil, es wurde als erstes Gebäude im Komplex Krankenhaus West mit dem Umbau der alten DDR-Forensik P4 begonnen. ( -die Bunker, Isolierzellen - den Anblick habe ich bis heute im Kopf gespeichert, sollte keiner sehen.)
Am nächsten Tag wurde ich erneut von einem Patienten ohne Vorwarnung angegriffen und konnte den Angriff nur mit äußerster Gewalt abwehren. Ich war sehr überrascht und erschrocken zugleich, dass ich so reagierte. Hatte sich denn in den drei Jahren Bundesrepublik nichts geändert ? Es war auch eigenartig, dass nur ich erneut auf dem Bett festgebunden wurde. Da ich mich dort keinen Millimeter bewegen konnte, fing ich schon nach einem Tag an zu frieren. Nur wenige Leute, die auch schon einmal über Tage festgebunden wahren, können überhaupt einschätzen was das bedeutet ! Nach dem ersten Tag in dieser Lage fing ich an zu schreien, dass machte meine Lage nur noch schlimmer. Ein Pfleger kam und machte mir klar, dass schreien gut für die Lungen sei und er hätte es schon bedeutend lauter gehört. Ich verglich die Lage mit dem Netz Bett aus DDR-Zeiten. Ich glaubte damals, der Aufenthalt unterm Netz währe durch nichts zu toppen gewesen, ich hatte mich geirrt. Nach einer ganzen Weile machte man mich los und ich kam einfach nicht zur Ruhe.Harry Tiedtke stand erneut vor der Tür, obwohl ich erneut einen Besuch von ihm verboten hatte.Sein Besuch hatte nur einen Zweck. Er hatte mir gedroht. Es ging um meine Ankündigung, die Wahrheit an die Öffentlichkeit zu bringen. Der Weg von der P5 bis zur neu gebauten Forensik währe nicht weit und man wäre in 10 Minuten da. Was er damit sagen wollte ,hatte ich sovort verstanden. Dieser Drohung folgten auch die entsprechenden Taten. Ich lag mit einem jungen Mann auf dem Zimmer. Es musste mit den neuen Tabletten, die ich bekam, zusammen gehangen haben. Es gab bei mir jedenfalls Mordgedanken gegen ihn. Ich hatte ihm das auch erzählt. Ich hatte vor meinen eigenen Gedanken Angst und er hatte auch Angst. Ich hatte mich dann auf eigenen Wunsch fixieren lassen. Es war für mich unfassbar, was hier alles möglich war. Man arbeitete genauso zusammen wie vor der Wende. Es gab alle Strukturen noch im gleichen Umpfang. Die alten Kanäle funtionierten reibungslos. Verbindungen, die in 40 Jahren 1000-fach bewährt hatten, gab es auch nach drei Jahren noch.( die Ehrenkommission die sich 1992 mit den Verstrickungen von Staatssicherheit und Psychiatrie am Bezirkskrankenhaus West befasst hatte, wurde von Bürgermeister Lastovka aufgelöst) Alles wurde, unsichtbar für den normalbürger Stralsunds, unter der Wasseroberfläche abgewickelt. Auch nach dem ersten Wiedersehen mit Ober-Medizinalrat Dr. Dr. Giermann wusste ich, dass ich auch im neuen Staat schlechte Karten hatte. Er fand herraus, dass sich mein Zustand wesentlich verschlechtert hatte. Ich würde noch über die Zeit in der Geschlossenen weiter auf der Offenen bleiben müssen. Meine angehende Schwiegermutter besuchte mich regelmäßig und brachte mir Schokolade mit, weil ich bereits nach kurzer Zeit 6 Kilogramm abgenommen hatte.
Dann hatte meine Schwester Sabine Ostenberg ihren großen Auftritt. Ich war mal wieder fixiert auf dem Bett. Ich weis nicht wie viele Wochen ich insgesamt fixiert auf dem Bett gelegen hatte. Sie sah wie immer blendend aus. Sie blieb an der Tür stehen und wir sprachen kein einziges Wort miteinander, sahen uns nur tief in die Augen. Das kannten wir schon aus der Kinderzeit, wenn wir harmlose Meinungsverschiedenheiten hatten. Wie gesagt konnten wir ohne Worte in den Augen des anderen lesen. In diesem Augenblick wusste ich, dass sie mich seit vielen Jahren zu ihren Gunsten geopfert und mich vielfach belogen hatte. Es war eine sehr schlimme Feststellung. Auch sie war in den Komplott gegen mich verstrickt. In ihren Augen konnte ich ablesen, was sie mir sagen wollte.Die Botschaft an mich war eindeutig: Solltest du es wagen, die Wahrheit über die gesamten Vorgänge ans Licht zu bringen, werden wir dich vernichten!! Auch das verstand ich sovort und auch diese Drohung sollte untermauert werden. Schon eine Stunde später stand Birgit mit unserer dreijährigen Lisa in der Tür. Birgit setzte unsere Tochter bei mir auf den Bauch. Wie gesagt, ich war auf dem Bett festgebunden. Diesen Augenblick werde ich nicht vergessen, denn es gab einen Wandel bei mir im Kopf. Während ich mit Lisa sprach, dachte ich gleichzeitig über die Begegnung mit Sabine nach. Mein Entschluss stand fest. Ich würde keinerlei Aktivitäten in Richtung Aufarbeitung der Vergangenheit unternehmen. Ich hatte ein Kind, eine Frau und eine gute Arbeit. All das wollte ich nicht aufs Spiel setzen. Ich hatte keinen Bock auf die Mordanschläge, wie sie bereits Anfang der 80er auf mich verübt worden sind. Zumal ich mir auch sicher war, dass sie es diesmal auch schaffen würden.
Es machte sich einfach Angst breit. Es war mir auch klar,dass ich eine viel bessere Ausgangsposition hatte als früher. Ich hatte schließlich eine Familie die mir zur Seite steht und das war mir mehr wert als die Aufarbeitung der Wahrheit. Ich musste auch, zum ich weiß nicht wievielten Male, ihre Überlegenheit anerkennen. Es war ja schon seit Jahren ein ungleicher Kampf, in dem ich nie einen Hauch der Chance hatte. Nach dem Motto einer gegen alle. Es hörte mir auch in der Station keiner zu, was ich sagte wurde ignoriert. Ich wollte unbedingt raus an die Luft. Das hatte man verboten. Ich bestellte den Klinikumspfarrer. Der kam auch und ich erzählte ihm meine Geschichte. Er war auch der Einzige der mir zuhörte. Es führte aber nicht dazu das ich raus kam. Danach täuschte ich Zahnschmerzen vor. Das klappte, ich ging in Begleitung zweier Pfleger zum Zahnarzt. Alles nur wegen 10 Minuten an der frischen Luft. Glücklicherweise gab es mehrere Termine und ich hatte mein Ziell erreicht. Da machte es auch nichts, dass ich wie ein Schwerverbrecher hin und her gebracht wurde. Auch bei diesem Aufenthalt hatte sich nichts geändert, ich wurde mit Psychopfarmaka zugdröhnt. Mir wurde nur allmählich klar, dass ich um ein Haar dort nicht rausgekommen wäre, wenn der Plan funktioniert hätte mich zum Mörder zu machen. Es wird für einen Außenstehenden nicht begreiflich sein, dass es soetwas überhaupt gegeben hat. Und es wird auch Leute geben, die es nicht glauben werden. Immer wenn Birgit zu Besuch war, fragte ich nach meinen Kollegen des LISA. Dort verstand logischerweise kein Mensch, warum ich in einer geschlossenen Anstalt war.Sie kannten mich seit gut drei Jahren und es war nie etwas aufgefallen. In der oberen Etage des LISA war die Weiterbildungsstelle der Stadt Stralsund. Dort war auch Addi Drews angestellt. Wir hatten nach drei Jahren ein freundschaftliches Verhältnis. Er war oft bei mir im Keller und ich hatte die eine oder andere Kleinigkeit für ihn erledigt. Dabei unterhielten wir uns über allerhand. Er war auch der Sportbundchef von Stralsund. Alleine darüber unterhielten wir uns oft. Eine weitere Gemeinsamkeit war der gemeinsame Arzt Dr. Jeschke. Er beklagte sich seit längerer Zeit über Kopfschmerzen und auch Dr. Jeschke konnte ihm nicht helfen. Addi Drews hatte von meinem Aufenthalt in der Geschlossenen erfahren und kam zu Besuch auf die Station. Als er mich sah rief er :" Das kann doch nicht wahr sein" . Er fragte, wer das veranlasst hatte und warum Dr. Jeschke mich nich längst rausgeholt hätte. Später erzählte er mir, dass er mit Dr.Jeschke gesprochen, der aber keine Reaktion gezeigt hätte. Das Gericht welches mich eingewiesen hatte, rügte meinen behandelnden Arzt Dr.Jeschke, sodass er mir nach dem Aufenthalt einen Schwerbehindertenausweis zukommen ließ. Seitdem bin ich 70% schwer behindert.Danach war ich noch Wochen auf einer Offenen Station. Auch danach ging es noch nicht zur Arbeit. Ich bekam noch einen Krankenschein. Zuhause bei Birgit, lag ich nur rum. Ich war mal wieder depressiv. Ich warf alles was mich an meine DDR Vergangenheit erinnerte weg. Ausweise, Urkunden, Medaillen und Fotos. Das einzige in Richtung Aufarbeitung war, ich stellte im Januar 1994 meinen Erstantrag auf Einsichtnahme in meine Stasiakte. Ich wollte zumindestens sehen und auch schwarz auf weis haben, wer alles beteiligt war. Es war für viele Jahre die einzige Aktion.
Zu dem Zeitpunkt konnte ich nicht ahnen das Stasi-Offizier Krüger ( Zur Familie gehörend-Kreisdienststelle Grimmen) die Akte 1989 vernichtet hat und die BStU mir erst 2001 diesen Fakt mitteilt. (Krüger leider gleichzeitig mein Kollege bei Erdöl-Erdgas-Grimmen)
Ab 2002 bekomme ich durch untergetauchte SED und Stasi Kader Probleme auf meiner Arbeitsstelle-Ziel ist die Entlassung aus dem Öffentlichen Dienst und somit die Beendigung der Nachvorschungen über die begangenen Verbrechen in der DDR Diktatur durch die namentlich bekannten Täter !
Ein wenig später wurde ich umgesetzt zur Fachhochschule Stralsund. Ich sollte mich kurze Zeit einarbeiten und dann nach einem Jahr versetzt werden. Das wurde mir persönlich von der Direktorin des Landesinstituts M-V zugesichert. Ich hatte immernoch Probleme mit dem Sprechen in großen Gruppen.Alle übertragenen Aufgaben gingen mir gut von der Hand und es war dort klar, dass ich dort hin versetzt würde. Ohne es zu merken verlor ich sogar meine Scheu, vor großen Gruppen zu sprechen.
Nach ungefähr zwei Jahren hatte ich mein erstes Gespräch mit dem Kanzler der FH. Er fragte mich nach der Versetzung. Ich konnte mir nicht erklären. warum ich noch nicht versetzt worden war. Er machte eine schriftliche Anfrage ans Ministerium für Bildung und Kultur. Gleichzeitig stellte ich auch die gleiche Anfrage ans BM zwecks Versetzung. Danach schickte man mir eine Einverständniserklärung für die Versetzung. Mit der Versetzung erklärte ich mich einverstanden. Damit war für mich die Versetzung klar.
Jetzt nahm ich das erste mal Kontakt mit dem Büro des Landesbeauftragten der Stasi-Unterlagen der ehemalige DDR auf. Eine Mitarbeiterin klärte mich über die Möglichkeit auf Einsichtname Dritter auf.
Es dauert Jahre-keine Versetzung!
Eine Buschfunk-Info trieb mich zu der Veranlassung nach Schwerin zu fahren und endlich meine Versetzung einzufordern. Der Personal-Referent erklärte mir, ich würde zum BBL versetzt. Ich zeigte ihm die schriftlich zugesicherte Versetzung zur Fachhochschule vom Kultusministerium und auch von der Hauptschwerbehinderten-Vertretung des Ministeriums für Bildung. Ich war mit meiner Versetzung nicht einverstanden, sondern ich wollte wie zugesichert zur Fachhochschule versetzt werden. Ich unterschrieb die Versetzung nicht. Trotzdem bekam ich meine Versetzung zugeschickt. Innerhalb 14.Tage musste ich meine Arbeit beim BBL-MV antreten.
Die Unterwanderung durch alte Seilschaften im Öffentlichen Dienst M-V wird gegenwärtig! Täter und Sympatisanten der zweiten deutschen Diktatur( ohne Überprüfung) treiben ihr Unwesen.
Mir wurde ein weiteres Mal klar, dass ich eine Rehabilitierung brauche, damit eine Beendigung der Verfolgung meiner Person endlich erfolgen konnte. Würde diese Rehabilitierung nicht geschehen, würde ich bis ans Ende meiner beruflichen Tätigkeit dagegen kämpfen müssen. Ich schaltete einen Anwalt ein, der aber nicht mehr die Möglichkeit hatte einzuschreiten. Die Versetzung war rechtskräftig und ich gegen meinen Willen beim BBL-MV gelandet. Es war ein völlig neuer Angriff auf mich nach der Wende, auf meine Arbeit und zuletzt wieder ein Angriff auf meine Gesundheit.
Ex-Stasi/SED-Kader im Untergrund aktiv?? Angriff auf mein Leben Nr. 3 ?
Da ich leider keine hellseherischen Fähigkeiten besaß und mich auch nicht in Stasi-Methoden auskannte, wusste ich auch nicht wie ich das nächste Ereignis beurteilen sollte. Was jetzt kam könnte ein erneuter Anschlag auf mein Leben gewesen sein. Anfang 2004( ich hatte meinen ersten Antrag auf Rehabilitierung eingereicht) kam ich mit über 40° Fieber ins Krankenhaus. Das Fieber verblieb wochenlang. Die Ärzte fanden die Ursache nicht. Ich bekam auch von Leuten Besuch, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Die Ärzte fragten mich ständig nach Kontakten mit Ausländern. Meine Frau bekam es schon mit der Angst zu tun, denn sie musste mit ansehen wie ich immer mehr abnahm. Beim Abschlussgespräch sagte mir die Ärztin, es war fünf vor zwölf und ich hätte noch einmal Glück gehabt. Ich wurde ohne Befund entlassen.
Wurde ich gezielt versetzt um mich entlassen zu können ? Ehemalige Kader erschleichen mein Vertrauen. Methoden wie in der Diktatur- kaum zu glauben aber doch war.
Nach acht Jahren bekam ich Bescheid, dass meine Stasi-Akte unauffindbar war. Es fiel mir viel zu spät wie Schuppen von den Augen. Ich wusste gleich wer für das Verschwinden der Akte verantwortlich war. Stasi-Offizier Dieter Krüger war seiner Zeit bis zur Wende Mitarbeiter der KD Grimmen und dort zuständig für die Akten der Mitarbeiter von Erdöl-Erdgas Grimmen, wo ich ebenfalls bis zum Untergang gearbeitet hatte. Er war auch für die Auslandskader, zum Beispiel für den Irak-Einsatz, zuständig. Es gingen mir wertvolle acht Jahre dadurch verloren. Jetzt nahm ich das erste mal mit dem Büro des Landesbeauftragten der Stasi-Unterlagen Behörde der ehemaligen DDR auf. Ich beantragte zum ersten mal eine Drittakte. Die meines Vaters Harry Tiedtke. In relativ kurzem Abnstand bekam ich von der Behörde 42 Seiten zugeschickt. Auf diesen Seiten ging es um meine Person: Treffberichte, ein Bericht, wo er mich gegenüber seinem Führungsoffizier als geisteskrank bezeichnete, ein Bericht über die Nichtwahl 1981 und mehrere Treffen, in denen es um mündliche Berichterstattung ging. IM "Kästner" alias Harry Tiedtke bezpitzelte mich von 1978-1989 !!
.
|